Motor Challenge Schweiz
Energieeffizienzsteigerung für elektrische Antriebe


MotorChallenge Newsletter 2006/1

Wir freuen uns Ihnen hiermit die neueste Ausgabe des Newsletters von Motor Challenge mit den folgenden Themen präsentieren zu dürfen:

  1. DEXA-MCP: Verbreitung, Erweiterung und Anwendung des Motor-Challenge-Programmes

  2. Energy+ Pumps - ein europäisches EIE-Projekt

  3. Elektrizitätsverbrauch und Einspar-Potenziale bei Aufzügen

  4. EEMODS 05

  5. Schaffung eines einheitlichen Motorprüfstandards

  6. Energiestudie: Ersatz von Getriebemotoren durch FU-Antriebe

Wir möchten die Gelegenheit auch benutzen, Sie auf die folgenden Termine aufmerksam zu machen:

  • Vom 21. - 23. Juni 2006 findet in London die EEDAL 06 statt. Es handelt sich um 4. internationale Konferenz zur Energieeffizienz bei Haushaltgeräten und Beleuchtung. Weitere Infos und Anmeldung: www.livegroup.co.uk/eedal

  • Vom 28. - 30. November 2006 findet in Nürnberg die SPS/IPC/DRIVES statt. Weitere Infos: www.mesago.de/de/SPS/main.htm

DEXA-MCP: Verbreitung, Erweiterung und Anwendung des Motor-Challenge-Programmes

Das im Rahmen des europäischen SAVE-Projektes gestartete Projekt DEXA-MCP (Dissemination, extension and application of the Motor Challenge Programme) will mit 14 Partnern aus 11 Ländern und der Unterstützung des europäischen Kupferinstitutes, der Herstellerverbände Europump, Eurovent und Pneurop und dem Joint Research Centre (JRC) in Ispra bis Mitte nächsten Jahres die folgenden Ziele erreichen:

  • Etablierung des MotorChallenge-Programmes als fester Bestandteil der nationalen Energieprogramme,

  • Anpassung und Verbesserung der Module zur Erhöhung der Akzeptanz,

  • Entwicklung zusätzlicher Module: industrielle Kälteanlagen und Energieverteilung

Unter der Leitung der französischen Energieagentur ADEME sollen darüberhinaus Energieeffizienz-Untersuchungen bei insgesamt bei 150 Unternehmungen durchgeführt sowie 120 neue MC-Partner gefunden werden.

Zurzeit laufen Vorbereitungen für die Durchführung von Workshops mit Hilfe derer die neu hinzu gekommenen Länder Litauen, Finnland, Slowenien und Niederlande beim Aufbau eines MotorChallenge-Netzwerkes unterstützt werden sollen. Parallel dazu erfolgt die Entwicklung der neuen Module sowie eine Vernehmlassung zur Neuformulierung der Partner-Richtlinien. Auch wird über den Aufbau einer MCP Support Entity diskutiert, welche eine über das Projekt hinausgehende Plattform bilden soll.

Energy+ Pumps - ein europäisches EIE-Projekt

Im Rahmen des europäischen Energy Intelligent Europe (EIE) Programms wurde das Projekt "Energy+ Pumps" mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Budget von über 1 Mio. Euro gestartet. Beteiligt sind Deutschland (Projektleitung: Wuppertal-Institut), Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Spanien, Tschechien. Hauptziel des Projekts ist es, die nun verfügbaren hocheffizienten Heizungs-Umwälzpumpen (mit Permanentmagnetmotor) zum verbreiteten Einsatz zu bringen. Dies soll mit Öffentlichkeitsarbeit, Beschaffungsprojekten (Procurement), einem Wettbewerb und weiteren begleitenden Aktivitäten erreicht werden. Jürg Nipkow als ursprünglicher Initiator der Energiesparpumpe (Biral MC 10, 12) ist als externer Berater im Projekt eingebunden. Wir werden in weiteren MCP-Newsletters über das Projekt, Website etc. berichten.
Energy Intelligent Europe (EIE) Programms "Energy+ Pumps"

Elektrizitätsverbrauch und Einspar-Potenziale bei Aufzügen

Aufzüge können gewichtige Stromverbraucher in Gebäuden sein. Im Rahmen eines 2005 abgeschlossenen Forschungsprojekts wurden 33 Aufzüge verschiedener Hersteller messtechnisch untersucht. Das wichtigste Ergebnis ist der überraschend hohe Stand-by-Verbrauch, welcher zwischen 25% und 80% des Gesamtverbrauchs ausmacht. Der durchschnittliche Antriebs-Wirkungsgrad ist mit 60% erfreulich hoch. Bemerkenswert ist, dass moderne Hydraulikaufzüge dank Gegengewicht oder Energiespeicher ebenso effizient sein können wie Seilaufzüge. Für die Gesamteffizienz sind neben kleinem Stand-by-Verbrauch auch Energie sparende Konzepte und Vorgaben der Architekten, Planer und Besteller wichtig. Download des Forschungsprojekt-Schlussberichts: www.electricity-research.ch

Standby-Verbrauch bei Aufzügen

EEMODS 05

Vom 5. - 8. September 2005 wurde in Heidelberg die vierte internationale Konferenz zum Thema "Energieeffizienz bei elektrischen Antrieben" EEMODS durchgeführt. Die insgesamt über 200 Teilnehmer konnten aus einem breiten Spektrum über 70 interessante Präsentationen mitverfolgen. Schwerpunkte bildeten Erfahrungsberichte der verschiedenen öffentlichen und betrieblichen Massnahmen und Initiativen wie zum Beispiel das europäische Motor-Challenge-Programm. Es wurden aber auch aussereuropäische Programme vorgestellt: Referenten aus China, Indien, Japan, Australien und Brasilien berichteten von regen Aktivitäten in ihren Ländern zur Effizienzverbesserung der Motoren und Antriebe. Aber auch Vertreter der Herstellerverbände zeigten in ihren Referaten, dass sie diesem Thema eine hohe Bedeutung beimessen.

Wiederum einiges zu diskutieren gaben die unterschiedlichen Auffassungen zur Wirkungsgradmessung bei Asynchronmotoren. Hierzu wurde im Vorfeld eine eigene Diskussionsrunde abgehalten mit dem Ziel einen weltweit akzeptierten Standard zu schaffen. (Siehe Artikel "Schaffung eines einheitlichen Motorprüfstandards")

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Pumpen sowie Software-Tools. In einigen Referaten wurde speziell das ProMot-Projekt vorgestellt, dann gab es noch Präsentationen, die sich den Motoren, Umrichtern, Ventilatoren und Kompressoren widmeten.

Gespannt war man auf die Bekanntgabe des Austragungsortes der nächsten EEMODS-Konferenz, die von nun an im 2-Jahresrhythmus statt finden wird. Allgemein wurde erwartet, dass der Zuschlag diesmal an Frankreich fallen würde. Ein wenig überraschend wurde jedoch China oder Singapur ausgewählt und erst im Jahr 2009 ist mit Nantes eine französische Stadt an der Reihe.

Weitere Informationen: www.eemods.de

Schaffung eines einheitlichen Motorprüfstandards

Das internationale Harmonisierungsprojekt für Standards von Motoren und Antriebssystemen SEEEM (Standards for Energy Efficiency of Electric Motor Systems) ist gut unterwegs: Bereits am 18./19. April 2006 trifft sich das Technische Beratungsgremium zum ersten Mal in New York, um die inhaltliche Vereinheitlichung der Motorenprüfstandards zu erörtern. Am 20. Juni 2006 soll an der EEDAL’06 in London das Projekt SEEEM offiziell lanciert werden. Am 15./16. Mai 2006 wird die IEA in Paris einen Motoren Workshop durchführen. Im November 2006 ist eine Fachveranstaltung in der Schweiz vorgesehen, wo alle nationalen und viele internationale Fachleuten die Entwicklungschancen von hocheffizienten Antriebssystemen diskutieren werden.

Das Ziel von SEEEM ist es, den Anteil der hocheffizienten, richtig dimensionierten und lastangepassten Antriebssysteme auch in Europa rasch zu erhöhen. Der aktuelle Anteil von neuen hocheffizienten Industriemotoren liegt heute noch in Europa (und in der Schweiz) mit ca. 10% deutlich unter den entsprechenden Zahlen der USA und Kanada von 70%. Eine gesetzliche Mindestanforderung hat dort die Marktentwicklung stark beschleunigt und eine höhere Qualitätsstufe von Premium Motoren in den Markt gebracht.

Unter www.seeem.org werden wir die aktuellen Nachrichten vorstellen.

Kontaktperson: Conrad U. Brunner ().

Energieforschungsprojekt: Ersatz von Getriebemotoren durch FU-Antriebe

Als Getriebemotor werden Motoren bezeichnet, die mit einem direkt gekuppelten Getriebe zur Reduktion der Wellendrehzahl und Erhöhung des Drehmomentes angeboten werden. Getriebemotoren werden in grosser Stückzahl hauptsächlich in der Fördertechnik und der Fertigung eingesetzt. Meist handelt es sich um Drehstrommotoren im Leistungsbereich von 0.1 bis 10 kW mit einem Wirkungsgrad von 50 bis 80 Prozent. Je nach verwendeter Getriebeart sind Gesamtwirkungsgrade von 20 - 30 Prozent nicht unüblich. Demgegenüber können Direktantriebe mit Hocheffizienzmotoren Wirkungsgrade von 80 Prozent und mehr erreichen.

Mit diesem vom BFE unterstützten Projekt sollen die durch den Ersatz von Getriebemotoren mit Frequenzumrichter-Antrieben erzielbaren Energieeinsparungen aufgezeigt werden. Nebst einer quantitativen Abschätzung des Einsparpotentials sollen in diesem Projekt auch die technische Machbarkeit sowie allfällige Hindernisse und Einschränkungen wie Geometrie, dynamisches Verhalten, spezielle betriebliche Anforderungen, etc. untersucht werden.